Für die Beschaffung von nachhaltig produziertem Kakao sind grosse Herausforderungen in den Bereichen Menschenrechte, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz zu bewältigen. Die jüngsten starken Schwankungen des Kakaopreises – von 2 500 US-Dollar pro Tonne über Rekordwerte von mehr als 10 000 US-Dollar bis hin zum erneuten Preisrückgang – sind nicht nur Ausdruck kurzfristiger Marktreaktionen, sondern auch Zeichen tiefgreifender struktureller Krisen: Bäuer:innen in Westafrika, die 60 – 70 % des weltweiten Kakaos produzieren, sind mit steigenden Produktionskosten, sinkenden Erträgen infolge des Klimawandels, Schädlingsbefall und fehlenden Zukunftsperspektiven konfrontiert. Gleichzeitig verschärfen die Abholzung neuer Flächen, der Einsatz von Agrochemikalien und weitere nicht nachhaltige Anbaumethoden Umwelt- und Klimaprobleme. Langfristig gefährden sie auch die Lebensgrundlage der Bäuer:innen und treiben die Krise weiter voran. Deshalb ist für HALBA die enge Zusammenarbeit mit ihren Kakao-Kooperativen von zentraler Bedeutung.
HALBA bezieht 30 % ihrer Kakaobohnen aus Ghana, den übrigen Teil aus Ecuador, Honduras, Peru, der Dominikanischen Republik, Uganda und Madagaskar. In all diesen Ländern setzt HALBA verschiedene Massnahmen um, um die Bedingungen für Mensch und Umwelt zu verbessern. Dazu gehören die Zertifizierung der Kakaobohnen, direkte Beschaffung, Transparenz und Rückverfolgbarkeit der Lieferkette. Durch direkten Einkauf bei den Kleinbauern-Organisationen werden Zwischenhändler vermieden, und die Bäuer:innen erhalten einen höheren Anteil am Abnahmepreis. Langfristige Verträge und klare Richtlinien schaffen Vertrauen und Planungssicherheit. HALBA setzt sich für bessere Bedingungen vor Ort ein, indem sie zinsfreie Vorfinanzierung anbietet. In Zusammenarbeit mit lokalen Kooperativen werden Farmkartierungen durchgeführt, um die Transparenz der Wertschöpfungskette bis hin zur Primärstufe zu gewährleisten. Kernstück dieser grundlegenden Verbesserungsmassnahmen ist für HALBA die Förderung einer alternative Anbaumethode, die gleich mehrere Probleme der Kakaoproduktion erfolgreich angeht: die Dynamische Agrofortwirtschaft (DAF). DAF konzentriert sich auf die Optimierung des Gesamtsystems und nicht auf die Maximierung einzelner Kulturen wie Kakao. Projekte dazu setzt HALBA in Ghana, Ecuador, Honduras, der Dominikanischen Republik und Madagaskar um. Auch Projekte zu existenzsicherndem Einkommen und zum Schutz von Kindern unterstützt HALBA tatkräftig, vor allem in Ghana.