HALBA setzt sich für eine entwaldungsfreie Lieferkette bis 2026 ein. Erfahren Sie mehr über unsere Massnahmen, dieses Ziel zu erreichen.

Waldschutz.

Weltweit gehen jährlich rund 17 Millionen Hektar Wald verloren oder werden durch schlechte Bewirtschaftung ökologisch degradiert. Das führt zu Biodiversitätsverlust und treibt den Klimawandel voran. Der Schutz von Wäldern und die Vermeidung von Entwaldung und Umwandlung natürlicher Ökosysteme ist deshalb ein Schwerpunktthema im Nachhaltigkeitsengagement von HALBA. Die Ziele und Massnahmen, welche HALBA zu diesem Thema verfolgt und umsetzt, sind in der Policy und Massnahmenplan zum Schutz von Wäldern aufgeführt.

 

Was sind die Ursachen für Entwaldung und Umwandlung?

Wälder, insbesondere Tropenwälder, werden weltweit für die Landwirtschaft abgeholzt und so natürliche Ökosysteme in Nutzflächen umgewandelt. Vor allem in den Tropen treiben Armut und soziale Ungleichheit Menschen auf der Suche nach Ackerland in die Waldgebiete, wo Waldflächen gerodet und anschliessend landwirtschaftlich genutzt werden. Ein Grossteil der weltweiten Entwaldung von Tropenwäldern entfällt auf die Produktion von Holz, Kakao, Kaffee, Soja, Kautschuk, Palmöl und die Rinderzucht. Von den in der Schweiz eingesetzten Rohstoffen, welche am meisten zur weltweiten Entwaldung beitragen, belegt Kakao den zweiten Platz. Der Erhalt der Biodiversität, der Schutz natürlicher Ressourcen sowie der Umwelt- und Klimaschutz sind in der Nachhaltigkeitsstrategie von Coop verankert und werden bei HALBA sehr ernst genommen. 
Der gesellschaftliche Diskurs hat politische Diskussionen und Gesetzesvorstösse zu entwaldungsfreien Lieferketten angestossen. In der EU trat am 29. Juni 2023 die Verordnung über entwaldungsfreie Produkte (EUDR – EU Deforestation Regulation) in Kraft. Ab 30. Dezember 2026 ist das Inverkehrbringen sowie der Handel mit Rohstoffen und Produkten, die Entwaldung oder Umwandlung verursachen, in der EU verboten. Die EUDR gilt für Holz, Kakao, Kaffee, Soja, Rinder, Kautschuk und Palmöl und einige Folgeprodukte (z.B. Schokolade, Möbel). 

Engagement und langfristige Ziele.

Von den Rohstoffen mit erhöhtem Entwaldungs- und Umwandlungsrisiko beschafft und verarbeitet HALBA rund 7 000 Tonnen Kakaobohnen sowie etwa 5 000 Tonnen an Kakaobohnenäquivalenten in Form von Kakaobutter, Kakaopulver und Kakaomasse, rund 2 500 Tonnen Holz- und Papierprodukte für Verpackungen sowie rund 50 Tonnen Soja in Form von Sojalecithin.

HALBA verfolgt das Ziel, die Lieferketten für Kakao und Papierprodukte bis Ende 2026 vollständig entwaldungs- und umwandlungsfrei zu gestalten. Als Division der Coop Genossenschaft strebt HALBA darüber hinaus für alle kritischen Rohstoffe bis Ende 2026 eine vollständig entwaldungs- und umwandlungsfreie Lieferkette an.

Die Lieferkette für Kakaobohnen ist heute zu 97 % entwaldungs- und umwandlungsfrei mit Stichdatum 31. Dezember 2018 gemäss Fairtrade Standard und zu 98 % entwaldungs- und umwandlungsfrei mit Stichdatum 31. Dezember 2020 gemäss den Vorgaben der EUDR. Für Kakaoderivate wie Kakaobutter und Kakaopulver wird die Umstellung auf entwaldungs- und umwandlungsfreie Lieferketten gemäss EUDR bis Ende 2026 angestrebt.

Rückverfolgbarkeit und Transparenz sind zentrale Voraussetzungen, um Entwaldung und Umwandlung in der Lieferkette auszuschliessen. HALBA setzt deshalb auf direkte Beschaffung und Zertifizierungen nach unabhängigen Nachhaltigkeitsstandards. Kakaobohnen bezieht HALBA seit 2018 zu 100 % Fairtrade-zertifiziert und segregiert. Über 80 % stammen direkt von Kooperativen in Ecuador, der Dominikanischen Republik und Honduras. Auch in Ghana besteht eine direkte Lieferkette zur Kooperative, wobei gesetzlich ein lizenzierter Importeur zwischengeschaltet ist. Auch 100 % der Kakaoderivate sind Fairtrade- oder Rainforest Alliance zertifiziert, teilweise jedoch noch dem Mass-Balance-Modell. Bis Ende 2026 will HALBA Kakaobutter und Kakaopulver auf segregierte Fairtrade- oder Rainforest Alliance Lieferketten umstellen.

Lieferketten und EUDR-Umsetzung bei HALBA.

HALBA arbeitet eng mit Kakaokooperativen in Ghana, Ecuador, Peru, der Dominikanischen Republik, Honduras und Madagaskar zusammen, um die Einhaltung der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) sicherzustellen. Die Kooperativen werden bei der Erfassung von Geodaten, dem Aufbau von IT-Infrastrukturen und der Implementierung von Rückverfolgbarkeitsinstrumenten unterstützt. Für Kakaoderivate, die bereits in der EU verarbeitet werden, sichern EU-Lieferanten die Entwaldungsfreiheit und Rechtskonformität zu.
 

Risikomanagement und Massnahmen.

Rechtliche Risiken: Langjährige Partnerschaften und direkte Lieferketten erleichtern die Informationsbeschaffung. Durch Bio- und/oder Fairtrade -Zertifizierung sowie die Dynamischen Agroforstprojekte sind die Kooperativen bereits mit den zentralen Herausforderungen der EUDR vertraut, insbesondere mit entwaldungsfreier und legaler Produktion. Zusätzlich fordert HALBA überprüfbare Dokumente zur Einhaltung der Rechtsvorschriften im Ursprungsland ein und fördert den Aufbau von Governance-Strukturen, Datenmanagement und internen Kontrollsystemen.

Entwaldungsrisiken: Die von den Kooperativen bereitgestellten Geodaten werden in Zusammenarbeit mit Satelligence analysiert. Mithilfe von Satellitendaten, KI-gestützten Analysen und lokalen Informationen prüft Satelligence die Geodaten auf Entwaldungsfreiheit ab dem EUDR-Stichtag 31.12.2020. HALBA teilt die Ergebnisse transparent mit den Kooperativen und entwickelt gemeinsam Strategien für den Umgang mit nicht konformen Farmen.

Wiederherstellung von Ökosystemen mit DAF: Bis 2040 will HALBA mindestens 50 % der verarbeiteten Kakaobohnen von Dynamischen Agroforst oder gleichwertigen Produktionssystemen beziehen. Diese Anbaumethode trägt dazu bei, die Bodenfruchtbarkeit und die Produktivität degradierter und ausgelaugter Böden wieder herzustellen. So kann der Druck auf bestehende Waldgebiete reduziert werden. Gleichzeitig werden gerodete Flächen wieder aufgeforstet und entwickeln sich in ihrer Struktur, Bodenfruchtbarkeit und Biodiversität schrittweise in Richtung ursprünglichen Primärwaldsysteme.