Kakao aus Ghana: Wissen aneignen, Wissen weitergeben.

Wie kam es zu diesem Projekt?

Ghanaische Kakaobäuer:innen stehen vor grossen Herausforderungen. Dazu gehören stark schwankende und zum Teil niedrige Kakaopreise, alternde Kakaobäume, abnehmende Bodenfruchtbarkeit, fehlendes Wissen, Technologie und Ressourcen für nachhaltige Anbaumethoden sowie veränderte Klimabedingungen. Das hat geringe Einkommen und häufig auch missbräuchliche Kinderarbeit zur Folge. Die Rodung zur Erschliessung neuer, fruchtbarer Anbauflächen führt zu einer der höchsten Entwaldungsraten der Welt. Um weiteren Rodungen und der Ausbeutung der Schwächsten entgegenzutreten, haben HALBA und die Kooperative Kuapa Kokoo Cooperative Cocoa Farmers and Marketing Union Limited (KKFU) zusammen mit weiteren Partnern im Jahr 2019 das Projekt «Sankofa» initiiert, das 2026 in die dritte Projektphase (2026-2029) übergehen wird. Sankofa wird finanziert und unterstützt von Coop und HALBA, dem Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) über das Landschaftsprogramm der Schweizer Plattform für nachhaltigen Kakao, dem finnischen Aussenministerium (MFA), Fairtrade Finnland, Fairtrade Max Havelaar Schweiz und koordiniert vom International Trade Centre (ITC). Das Projekt wird von Fairtrade Africa (FTA), KKFU, International Trade Centre (ITC) und Nature and Development Foundation (NDF) durchgeführt. Technische Unterstützung erhält das Projekt von Ecotop Suisse GmbH und dem Cocoa Research Institute of Ghana (CRIG).

 

Was wird gemacht?

Das Projekt «Sankofa» fördert den nachhaltigen Anbau von Kakao in Dynamischen Agroforstsystemen (DAF) und kombiniert dies mit CO₂e-Sequestrierung. Es werden neue Vermarktungskanäle für Produkte aus Mischkulturen wie Yam aufgebaut, die zusammen mit Kakao angebaut werden. Dadurch entstehen zusätzliche Einkommensquellen. Zusätzlich wird seit 2020 für Kakao die Bezahlung eines Referenzpreises für ein existenzsicherndes Einkommen bei den Projektbäuer:innen umgesetzt. Ein weiteres Anliegen ist die Stärkung der Kooperative Kuapa Kokoo, damit diese das Projekt langfristig eigenständig weiterführen kann. HALBA unterstützt die Partnerkooperative bei der Digitalisierung ihrer Prozesse, der Strategieentwicklung und der Verbesserung ihrer Rentabilität. Zudem wird sie bei ihrem Engagement gegen Kinderarbeit und der Förderung von Frauen unterstützt. Im 2022 wurde ein zusätzliches Projekt gestartet, welches das Ziel verfolgt, bis 2026 in 40 Anbaugemeinden in der Region, von denen HALBA ihren Kakao bezieht, ein funktionierendes Monitoringsysteme für Kinder- und Zwangsarbeit zu implementieren.

 

Stand 2025:

  • 1 112 Bäuer:innen bauen auf insgesamt 765.5 Hektaren Kakao und Nahrungsmittel in DAF-Plots an. Daten von 750 Bäuer:innen zeigen, dass DAF im Vergleich zu Monokultur bereits ab dem ersten Jahr rentabel ist und das Einkommen auf das 2,5-fache erhöhen kann.
  • 823 Bäuer:innen erhielten eine zusätzliche Einkommensprämie von insgesamt 390 000 CHF und konnten so ihr Einkommen aus dem Kakaoverkauf um 8 % steigern.
  • Für 16 Produkte wie Yam Süsskartoffeln oder Chilis wurden Wertschöpfungsketten mit lokalen Unternehmen aufgebaut.
  • 114 jugendliche Arbeitskräfte wurden ausgebildet und haben praktische Erfahrungen in den Bereichen landwirtschaftliche Beratung, Maschinenreparaturen, Produktion von Pflanzmaterialen und Kakaobaumschnitt sammeln können und 21 landwirtschaftliche Kleinunternehmen gegründet.
  • 33 Village Savings and Loans Associations (VSLA) mit 899 Bäuer:innen wurden unterstützt und haben zusammen 289 480 USD gespart und in Form von Darlehen zwischen Mitglieder:innen ausgezahlt. 29 Village Savings and Loans Associations (VSLA) mit 715 Bauern wurden unterstützt und haben zusammen 62 416 USD gespart.
  • Machbarkeitsstudie für Aufbau eines DAF-Trainingcenters wurde erstellt.
  • Neue digitale Applikation zur Erfassung der Farmdaten und Rückverfolgbarkeit der Kakaobohnen entwickelt und eingeführt.