Die MaMaBay-Region im Norden Madagaskars ist besonders schützenswert, ist sie doch einer der Orte mit der grössten biologischen Vielfalt auf unserem Planeten. Doch eine stark wachsende Bevölkerung und fehlende Einkommensquellen führen dazu, dass die Bäuer:innen auf ehemaligen Waldgebieten neue Anbauflächen für Nahrungsmittel, aber auch für Kakao, Gewürznelken und Vanille schaffen. Folgen der Abholzung sind Erosion und Verlust an Bodenfruchtbarkeit, was die Erschliessung von Anbauflächen und somit den Waldverlust weiter ankurbelt. Hier setzt HALBA zusammen mit ihren Partnern Coop, Ecotop sowie Wildlife Conservation Society (WCS) und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) (bis 2023) und Seco mit SWISSCO (seit 2025) mit ihrem Nachhaltigkeitsprojekt an. Das Projekt läuft seit 2019.
Das Projekt fördert einen nachhaltigen Kakaoanbau durch Dynamische Agroforstwirtschaft (DAF). Ziel ist der Aufbau einer neuen Kakaowertschöpfungskette zur Verbesserung der Einkommensmöglichkeiten in der Region. So sollen die Bäuer:innen ihre Abhängigkeit von den wichtigsten Exportprodukten Nelken und Vanille reduzieren und gleichzeitig ihre Ernährungssicherung erhöhen.
Durch DAF können die Bäuer:innen zusätzlich zu Vanille und Kakao ganzjährig eine Vielzahl an verschiedenen Nahrungsmitteln auf weniger Fläche anbauen und somit ein höheres Einkommen erwirtschaften sowie ihre Ernährung sichern. Gleichzeitig werden für die Biodiversität kostbare Waldgebiete erhalten und geschützt. In der zweiten Projektphase (2025 - 2028) ist geplant, die Anzahl der Kakaobäuer:innen auf 662 zu erhöhen und die DAF-Anbaufläche auf 162 Hektar zu erweitern. Zur Verbesserung des Lieferkettenmanagements und der Vermarktung von Nebenprodukten wird ein sogenanntes Conservation Enterprise etabliert, um 80 % der Projektbäuer:innen den Zugang zu Märkten für ihre DAF-Produkte zu ermöglichen. Darüber hinaus unterstützt das Nachhaltigkeitsprojekt die beiden Kooperativen bei der Verbesserung ihrer Organisationsstruktur und dem Aufbau der Kakaowertschöpfungskette. Auch die Führungs- und Betriebskapazität der Kooperativen sowie die Nachernteprozesse sollen weiter gestärkt werden.