Obwohl der Kakaoanbau in Ecuador eine lange Tradition hat, lohnt er sich dort kaum mehr: Grund dafür sind die problematischen Bewirtschaftungsmethoden in Monokulturen. Diese verdrängen den Anbau von Nahrungsmittelpflanzen, erschöpfen die Böden und tragen erheblich zum Klimawandel bei, der sich zunehmend in Extremwetterereignissen wie übermässiger Nässe oder Trockenheit äussert – Bedingungen, die Pflanzen anfälliger für Krankheiten machen. Die Konsequenz sind Ernteausfälle in beträchtlicher Höhe. In ihrer Not roden die Bauernfamilien intakte Tropenwaldgebiete. Um diesem Missstand entgegenzuwirken, wurde im Jahr 2016 das Projekt FINCA initiiert. An diesem Projekt sind neben HALBA auch die Bauernorganisation Unión de Organizaciones Campesinas Cacaoteras (UNOCACE), die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ), Coop, Ecotop, South Pole und der WWF Schweiz beteiligt.
Das Projekt FINCA fördert einen nachhaltigen Kakaoanbau durch Dynamische Agroforstwirtschaft (DAF) undspeichert CO2 als Beitrag zum Klimaschutz, bis 2024 nach «Gold Standard» zertifiziert, dem strengsten Standard für Klimaschutzprojekte. Durch den Anbau von Fruchtbäumen und einjährigen Nahrungsmittelpflanzen trägt das Projekt zur Ernährungssicherung und Minimierung des Risikos für die Bäuer:innen bei. Damit die Bäuer:innen neben der Selbstversorgung die zusätzlich angebauten Lebensmittel verkaufen können, fördert das Projekt den Aufbau von weiteren Wertschöpfungsketten - beispielsweise für Maniok, Limonen, Koch- und Fruchtbananen. Zurzeit bewirtschaften rund 493 Kakaobäuer:innen von UNOCACE ihre Flächen unter DAF-Bedingungen. UNOCACE beschäftigt 13 Agroforsttrainer:innen sowie 1 Koordinator, die vom Projekt intensiv ausgebildet wurden und ihr Wissen an die Bäuer:innen vor Ort weitergeben.
Weitere Anliegen des Projekts sind die berufliche Förderung von jungen Menschen in verschiedenen landwirtschaftlichen Berufen (Dynamischer Agroforst, Baumpflege, Veredelung von Kakaopflanzen, Bio- und Fairtrade-Inspektionen, etc.) sowie die Stärkung der lokalen Organisation UNOCACE, damit diese das Projekt langfristig eigenständig weiterführen kann.