Auch das Drumherum zählt.

Verpackungen: Schutz für Lebensmittel und Ressourcen.

Verpackungen übernehmen eine Vielzahl von Funktionen. Sie erleichtern die Lagerung und den Transport, informieren Konsument:innen unter anderem über Inhaltsstoffe und Nährwerte, vereinfachen die Handhabung und schützen die Lebensmittel vor Verderb. Bei HALBA unterscheiden wir je nach Produkt und Kundenanforderung zwischen Primär- / Sekundär- und Transportverpackung. Die Primärverpackung schützt das Produkt und ermöglicht die sichere Nutzung durch die Verbraucher:innen. Sie enthält häufig Informationen wie Zutaten und Haltbarkeit. Die Sekundärverpackung wird eingesetzt, wenn zusätzliche Funktionen, welche die Primärverpackung nicht abdecken kann, erforderlich sind. Die Transportverpackung dient dazu, grössere Mengen an Produkten für Lagerung und Transport zu bündeln.

Um die Qualität unserer Produkte zu gewährleisten, sind geeignete Verpackungsmaterialien unerlässlich. Dicht verschliessende Materialien wie Kunststoff oder Aluminium bieten optimalen Schutz vor Sauerstoff, Feuchtigkeit und UV-Strahlung. Sie tragen wesentlich zur Haltbarkeit bei und leisten so einen wichtigen Beitrag zur Reduktion von Lebensmittelverlusten und Ressourcenschonung. Auch faserbasierte Verpackungsmaterialien wie Karton oder Papier tragen zum Produktschutz bei, sind jedoch nicht immer für den direkten Kontakt mit Lebensmittel geeignet.

 

 

Lebensmittelverpackungen mit der richtigen Schutzfunktion spielen eine wichtige Rolle, um Ressourcen zu schonen. Durch den Einsatz von Verpackungen mit adäquater Schutzfunktion kann die Mindesthaltbarkeitsdauer verdoppelt werden, was wiederum Lebensmittelverschwendung reduziert. Laut Schweizerischem Verpackungsinstitut SVI lässt sich die Menge der Lebensmittelabfälle im Einzelhandel um 40 % und bei Konsument:innen um 80 % reduzieren. Obwohl Verpackungen selbst einen ökologischen Fussabdruck verursachen, ist dieser im Vergleich zum verpackten Lebensmittel gering: Der ökologische Fussabdruck eines verpackten Lebensmittels ist durchschnittlich 16 bis 30 mal grösser ist als derjenige der Verpackung selbst. Daher kommt der Schutzwirkung des Verpackungsmaterials und der damit einhergehenden Reduktion von Lebensmittelabfällen eine hohe ökologische Bedeutung zu.

Gleichzeitig haben wir den Anspruch, möglichst umweltfreundliche Verpackungsmaterialien einzusetzen. HALBA definiert eine nachhaltige Verpackung als Verpackung mit optimaler Schutzfunktion und möglichst niedrigem Umweltfussabdruck. Diesen Grundsatz sowie weitere Anforderungen haben wir in einer umfassenden Verpackungspolicy festgehalten. Diese enthält Vorgaben zur Reduktion des eingesetzten Verpackungsvolumens und zur Förderung umweltverträglicher Verpackungslösungen.

Bei der Einführung neuer Verpackungsartikel wird deren Umweltfussabdruck mithilfe eines Ökobilanzrechners, entwickelt von einem renommierten Umweltberatungsbüro, bewertet. Zudem spielen weitere Faktoren bei der Auswahl des geeigneten Verpackungsmaterials eine Rolle: So ist eine gute Maschinenlauffähigkeit des Materials unabdingbar, damit es nicht zu Störungen im Produktionsablauf kommt und die Verarbeitungsgeschwindigkeit nicht beeinträchtigt wird. Das Verpackungsmaterial muss lebensmittelkonform sein und den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Zudem ist es relevant, inwiefern die eingesetzten Materialien in den bestehenden Recyclingsystemen rezykliert werden können. Und nicht zuletzt hat die Präferenz unserer Kunden für uns als B2B-Unternehmen ebenfalls einen hohen Einfluss.  
 

Unsere Massnahmen für ein nachhaltigeres Verpackungssortiment.

1. Verpackung reduzieren.

Wo immer möglich reduzieren wir gezielt den Einsatz von Verpackungsmaterial. Das Sortiment wird fortlaufend hinsichtlich kleinerer Verpackungsgrössen, geringerer Materialstärken und dem Verzicht auf Mehrfachverpackungen überprüft. In der Schokoladen- und Snackproduktion integrieren wir regelmässig Massnahmen in die Produktionsprozesse, um den Verpackungsausschuss zu minimieren. Neu wird beispielsweise auf die aus Karton bestehenden Umverpackungen bei Backzutaten verzichtet.

 

2. Einsatz alternativer Verpackungsmaterialien.

Um Verpackungsalternativen frühzeitig zu erkennen und zu nutzen, hat HALBA eine interdisziplinäre Innovationsgruppe ins Leben gerufen. Diese hat unter anderem die Aufgabe, neue, nachhaltigere Verpackungsalternativen zu identifizieren und zu testen. Zudem prüft sie, ob bestehende Verpackungen noch nachhaltiger weiterentwickelt und auf den neuesten technologischen Stand gebracht werden können. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Einsatz papierbasierter Verpackungsmaterialien – unter Berücksichtigung ökologischer Faktoren wie Ökobilanz und Recyclingsysteme sowie wirtschaftlicher Aspekte wie Maschinenlauffähigkeit, Produktpreis und Mindestproduktionsmengen. Ein Resultat: Ein Teil unserer B2B-Schokoladen wird neu in Papier statt Kunststoff verpackt.

Zusätzlich arbeiten wir gemeinsam mit zwei Start-ups, einer Schweizer Fachhochschule und mit Unterstützung von Coop an der Entwicklung innovativer Verpackungsmaterialien, welche aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen und organisch abbaubar sind.  

 

3. Umstellung von Verbund- auf Monomaterialien.

Für unsere Snackartikel setzen wir überwiegend Kunststoffverpackungen ein. Papierverpackungen sind für diese Produktkategorie derzeit nicht geeignet, da sie die erforderlichen Materialeigenschaften nicht erfüllen. Besonders wichtig ist dabei eine gute Barrierefähigkeit, die einen effektiven Schutz vor Sauerstoff und Feuchtigkeit gewährleistet. Diese Eigenschaften sind entscheidend, um die Frische und das Aroma der Snacks zu bewahren und einer Qualitätsminderung, etwa durch Ranzigkeit, vorzubeugen. Aus diesem Grund setzt HALBA bei Snacks Kunststoffmaterialen ein. Zudem lassen sich diese Materialien auf unseren Verpackungsanlagen effizient verarbeiten und verschweissen, was den Vorteil hat, dass die Beutel dank der integrierten Zip-Verschlüsse wiederverschliessbar sind.

 

 

Monokunststoffe bestehen nur aus einem Kunststofftyp, zum Beispiel Polyethylen (PE) oder Polypropylen (PP). Sortenreine Kunststoffe können ohne aufwendige Trennverfahren recycelt werden; das recycelte Material (Rezyklat) ist qualitativ hochwertiger und kann besser weiterverwendet werden – beispielsweise für neue Verpackungen. Verbundkunststoffe hingegen bestehen aus mehreren verklebten Schichten unterschiedlicher Kunststoffe. Sie landen häufig in der thermischen Verwertung (Müllverbrennung) oder im minderwertigen Recycling. Daher setzen wir, wenn immer möglich, sortenreine Kunststoffe ein.

Aktuell bestehen unsere wiederverschliessbaren Zipbeutel noch aus Kunststoffverbundmaterialien. Der Grund dafür liegt in den technischen Anforderungen: Für das Einschweissen der Zip-Verschlüsse sind spezielle Schichtaufbauten notwendig, für die es bislang keine geeignete Monomaterial-Lösung gibt. Unser Ziel ist, diese Verpackungslösungen mittelfristig auf Monokunststoffe umzustellen.

FAQ.

Warum verwenden wir Aluminium?

Aluminiumfolie wird traditionell zur Verpackung von Schokolade verwendet, da sie im Vergleich zu alternativen Verpackungsmaterialien die besten Barriereeigenschaften gegenüber Sauerstoff, Feuchtigkeit und UV-Strahlen bietet. Das Aluminium verlangsamt den Oxidationsprozess der Schokolade, wodurch sie länger frisch bleibt, und die Mindesthaltbarkeit verlängert wird. Dadurch wird Lebensmittelverschwendung verringert und die Umweltbelastungen durch unnötige Entsorgung reduziert. Alufolie kann nahezu unbegrenzt wiederverwertet werden, ohne an Qualität zu verlieren. Wir empfehlen daher, die Aluminiumverpackungen dem Recycling zuzuführen, um den ökologischen Fussabdruck um fast das Dreifache zu reduzieren.

Trotzdem prüfen wir laufend umweltfreundlichere Materialien. Besonders im Fokus stehen Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen, aber bisher gibt es noch keine zufriedenstellenden Lösungen. Unbeschichtetes Papier ist für den direkten Kontakt mit Schokolade ungeeignet, da sich nach einer gewissen Zeit Fettflecken bilden. Biobasierte Kunststoffe bestehen grösstenteils aus Grundnahrungsmittel wie Mais oder Zucker, die somit mit der Nahrungsmittelproduktion konkurrieren. Daher ist der Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen für das Schokoladensortiment von HALBA bis anhin keine praktikable Lösung.

Warum setzten wir noch Kunststoffverpackungen ein bzw. warum nicht mehr Papierverpackungen?

Insbesondere im Snack-Sortiment, aber auch bei unseren Schokoladenprodukten verwenden wir weiterhin Verpackungsmaterialien aus Kunststoff. Dies geschieht sowohl aus technischen als auch aus marketingbezogenen Gründen.

Snacksortiment: Nüsse und Trockenfrüchte sind empfindliche Rohwaren, die zuverlässig vor äusseren Einflüssen wie Sauerstoff, Feuchtigkeit und UV-Strahlen geschützt werden müssen. Kunststoffverpackungen bieten im Vergleich zu Papier eine deutlich bessere Barrierewirkung und tragen dazu bei, die Frische, das Aroma sowie die Haltbarkeit der Produkte zu sichern und es vor vorzeitigem Verderb zu schützen.

Osterhasen-Sortiment: Unsere Osterhasen sind in transparenten, dünnwandigen Standbodenbeuteln verpackt, die materialeffizient gestaltet sind. Eine alternative Verpackung aus Papier mit Sichtfenster würde nicht nur den Produktschutz verringern – besonders in Bezug auf Oxidation und Geschmacksveränderungen – sondern auch den Materialverbrauch erhöhen. Papierverpackungen sind in der Regel schwerer als Kunststoffverpackungen. Zudem handelt es sich bei Papier mit Kunststofffenster um ein Verbundmaterial, das nicht recyclingfähig ist.

Obwohl der Einsatz von Kunststoffen und Kunststoffverbunden aus diesen Gründen derzeit notwendig ist, arbeiten wir kontinuierlich daran, unser Verpackungssortiment Schritt für Schritt auf recyclingfähige Monomaterialien und nachhaltigere Alternativen umzustellen.

Warum sehen wir die breite Verwendung von Biokunststoffen kritisch?

Biokunststoffe werden oft aus pflanzlichen Rohstoffen wie Mais, Zuckerrohr oder Kartoffeln hergestellt. Der Anbau dieser Pflanzen benötigt landwirtschaftliche Flächen, Wasser und Energie, was zu einer Konkurrenz zwischen Nahrungsmittelproduktion und Industriebedarf führt und die Preise für Lebensmittel beeinflusst.

Biokunststoffe werden häufig als biologisch abbaubar oder kompostierbar beworben. In der Praxis hängt der Abbau jedoch stark von den richtigen Bedingungen ab. Oft sind Biokunststoffe nur unter industriellen Kompostierungsbedingungen vollständig abbaubar und nicht im heimischen Kompost. 

Wenn Biokunststoffe mit herkömmlichen Kunststoffen vermischt werden, können sie die Qualität des recycelten Materials beeinträchtigen und den Recyclingprozess insgesamt erschweren. Dadurch trägt die vermeintlich umweltfreundliche Alternative möglicherweise nicht zu einer besseren Kreislaufwirtschaft bei.

Warum setzen wir für unsere Verpackungen kein recyceltes Material ein?

Der Einsatz von recycelten Materialien im direkten Kontakt mit Lebensmitteln ist gesetzlich streng reglementiert. Rezyklate aus Papier oder Kunststoff dürfen derzeit nur in äusseren Verpackungsschichten oder mit einer geeigneten Barriereschicht verwendet werden. Sie bergen ein hohes Migrationsrisiko, da sie Rückstände von Druckfarben, Klebstoffen oder Mineralölen enthalten. Besonders fetthaltige Produkte wie Schokolade und Nüsse nehmen leichter Schadstoffe aus der Verpackung auf.