Food Waste vermeiden – Verantwortung übernehmen.

Fakten zur Lebensmittelverschwendung.

Weltweit geht ein Drittel aller für den menschlichen Konsum produzierten Lebensmittel irgendwo auf dem Weg vom Feld bis zum Teller verloren. Gemäss Bundesamt für Umwelt (BAFU) fallen 20 % der Lebensmittelverluste in der Schweiz bereits in der Landwirtschaft an, 35 % in der Verarbeitung, 10 % im Gross- und Detailhandel, 7 % in der Gastronomie und 28 % wird von Privathaushalten verursacht.  Die Verschwendung von Lebensmitteln führt zu einem unnötigen Verbrauch von wertvollen Ressourcen wie Ackerland, Nährstoffen, Wasser und Energie. Ausserdem trägt sie durch die bei Produktion und Transport entstehenden Treibhausgasemissionen zur Belastung des Klimas bei. Gemäss WWF werden die CO₂-Emissionen, die durch die Produktion von verschwendeten Lebensmitteln entstehen, auf etwa 10 % der weltweiten Treibhausgasemissionen geschätzt. Neben ökologischen Auswirkungen sind Lebensmittelverluste aus ethischer Sicht problematisch: Während in den wohlhabenderen Ländern Überfluss an Nahrungsmitteln besteht, leiden in vielen Regionen der Welt Menschen an Hunger. 

 

Technologisch bedingte Lebensmittelverluste.

Die Herstellung von Schokolade ist ein komplexer und vielschichtiger Prozess. Der grösste Teil der Lebensmittelverluste bei HALBA fällt in der Schokoladenproduktion an und ist produktionstechnisch bedingt. Einige dieser Verluste sind unvermeidbar – etwa beim Sortenwechsel von heller zu dunkler Schokolade, um Kontaminationen zu verhindern und die Produktqualität sicherzustellen. Ein Teil der entstandenen «Mix-Schokoladen» wird unter Berücksichtigung lebensmittelrechtlicher Vorgaben als sogenannte Rework-Schokolade im Produktionsprozess wiederverwertet. Aufgrund starker sensorischer Abweichungen – etwa bei aromatisierten Schokoladen – kann ein anderer Teil jedoch nicht weiterverwendet werden. Zudem entsteht bei jeder Produktion «Bruch» – beispielsweise beim Einstellen der Anlagen zu Beginn eines Produktionsauftrags.

Massnahmen zur Reduktion von Lebensmittelverlusten.

Um unser Ziel zu erreichen, mindestens 98 % der produzierten Lebensmittel in die Verkaufskanäle zu bringen, setzen wir vielfältige Massnahmen zur Reduktion um. Die Umsetzung dieser Massnahmen wird von einer interdisziplinären Arbeitsgruppe für Food Waste-Reduktion koordiniert und durch die jeweils betroffenen Abteilungen umgesetzt. Dabei orientieren wir uns an der Hierarchie zur Vermeidung von Lebensmittelverlusten: Vermeiden – Wiederverwenden – Spenden – Verwerten.

 

1. Vermeiden durch Optimierung.

Wir arbeiten kontinuierlich daran, durch Prozessoptimierung und Einsatz technologischer Innovationen, bessere Produktionsplanung und optimiertes Rohstoffmanagement Lebensmittelverluste zu vermeiden. Nähert sich ein Produkt seinem Mindesthaltbarkeitsdatum, erfolgt eine Warnung an die im Qualitätsmanagement verantwortlichen Mitarbeitenden. Umgehend wird ein zeitnaher Verbrauch des entsprechenden Produkts mit der Produktionsplanung und dem Verkauf koordiniert.

Produktionsmitarbeitende, deren Tätigkeiten produktionstechnisch bedingt Lebensmittelverluste verursachen, werden regelmässig zum Thema Lebensmittelverluste sensibilisiert.

2. Wiederverwenden.

Unvermeidbare Lebensmittelverluste wie die sogenannten «Mix-Schokoladen», die prozessbedingt beim Sortenwechsel in der Schokoladenherstellung entstehen, werden soweit möglich - unter Berücksichtigung lebensmittelrechtlicher Vorgaben – wiederverwendet. Die «Milky & Dark Fusion» aus der Coop-Eigenmarke «Nice to Save Food» enthält Schokolade, die beispielsweise beim Wechsel von zuckerfreier auf zuckerhaltige oder von dunkler auf Milchschokolade anfällt. Dank «Nice to Save Food» kann diese hochwertige Mischung aus verschiedenen Schokoladensorten sinnvoll genutzt und der Lebensmittelverschwendung wirksam entgegengewirkt werden.

Auch die bei der Verarbeitung anfallenden Kakaoschalen werden wiederverwendet. Dank ihrer wertvollen Nährstoffeigenschaften dienen sie beispielsweise als Dünger oder werden als Zutat für Kakaoschalentee eingesetzt. Die Kakaobohnen erfüllen hierdurch das Prinzip der Kreislaufwirtschaft, da 100 % der gerösteten Kakaobohne verwertet wird.

Die während des Verarbeitungsprozesses entstandene Bruchschokolade kann nicht über die üblichen Verkaufskanäle abgesetzt werden. Da sie jedoch vollumfänglich geniessbar ist, wird sie zu günstigen Konditionen im Schoggihüsli, den beiden Fabrikläden von HALBA an den
Produktionsstandorten in Pratteln und Hinwil, verkauft.

 

3. Spenden an gemeinnützige Organisationen.

Restposten, die aus dem Kundensortiment ausgelistet und nicht mehr abverkauft werden, sowie Bruchschokolade, die über die Fabrikläden keinen Absatz findet, werden an die gemeinnützigen Organisationen Schweizer Tafel und Tischlein deck dich gespendet oder an Mitarbeitende abgegeben.  
 

4. Verwerten.

Lebensmittelreste, die weder weiterverwendet noch gespendet werden können, verwerten wir – wo möglich – als Tierfutter und stellen damit eine möglichst ressourcenschonende Nutzung sicher. Ein verbleibender Teil wird zur Gewinnung von Biogas vergärt und somit energetisch genutzt.

 

Das Thema Lebensmittelverluste ist in der Unternehmensstrategie von HALBA verankert. Durch gezielte Massnahmen entlang unserer gesamten Produktionsprozesse leisten wir einen aktiven Beitrag zur Reduktion von Lebensmittelverlusten und damit zur Förderung eines verantwortungsvollen Umgangs mit wertvollen Ressourcen. Wir arbeiten kontinuierlich daran, unsere Prozesse weiter zu optimieren, innovative Lösungen umzusetzen und Mitarbeitende (wie Partner) für das Thema zu sensibilisieren.