Nicht ohne Grund setzt sich HALBA für den Klimaschutz ein, insbesondere deshalb, weil bei der Produktion unserer hochwertigen Produkte Energie benötigt wird und Emissionen entstehen. Um den Verbrauch zu senken und das Klima zu schützen, konzentrieren wir uns auf die Vermeidung und Reduzierung von Emissionen. (siehe Policy Klimaschutz).
Im Kontext von Produktion und Energie heisst «vermeiden», Prozesse zu wählen, die kein CO₂e freisetzen. Die Stromversorgung erfolgt seit 2011 über emissionsarme Energiequellen. Wärme wird mit einer Holzschnitzelheizung produziert. Ein Wärmerückgewinnungssystem nutzt Abwärme und reduziert somit den Anteil an Fremdwärme. Erdgas wird nur für die Röstung von Nüssen und zur Deckung von Spitzenlasten verwendet. Ein Ausbau der Photovoltaikanlage wird derzeit gerade geprüft.
Zudem bemüht sich das Unternehmen, den Luftfrachtanteil von momentan rund 1 % weiter zu reduzieren und alternative Transportmittel zu wählen. Weiter hat HALBA eine interne Innovationsgruppe gegründet, um nachhaltigere Verpackungsmaterialien weiterzuentwickeln. Zu diesem Zweck wird seit 2021 ein von Carbotech entwickelter Ökobilanzrechner genutzt der den ökologischen Fussabdruck jeder Verpackung berechnen kann und somit eine wichtige Entscheidungsgrundlage bei der Auswahl des Verpackungsmaterials darstellt.
Holzschnitzelheizung:
Das Herzstück der Wärmeerzeugung für die Schokoladenproduktion und den gesamten Standort ist die Holzschnitzelheizung. Die Verbrennung von Holz setzt gleich viel CO₂ frei, wie die Bäume im Verlauf ihres Wachstums der Atmosphäre entzogen haben. Wer daher mit Holz heizt, heizt praktisch CO₂-neutral und trägt nicht zum Treibhauseffekt bei.
Für noch grösseren positiven Einfluss auf die Klimabilanz setzt HALBA auf kurze Transportwege: Die Holzschnitzel stammen aus Wäldern (Gemeinden, Staats- und Privatwald) im Umkreis von 50 Kilometern um den Fabrikstandort und sind FSC zertifiziert.
Die Holzschnitzelheizung in Pratteln ist auf zwei Megawatt ausgelegt und produziert damit rund 40 % der Wärmeenergie, inklusive Dampf. Dieser Dampf wird in der Produktion unter anderem zum Rösten und Debakterisieren der Kakaobohnen verwendet. Weiters dient er im Massenhaus zur Erhitzung des Warmwassers auf 95 °C, welches dann für die Conchen, den Fettschmelzer und das Tanklager verwendet wird.
Solaranlage:
Um die Dachflächen des Gebäudes effektiv zu nutzen, wurde auf rund 8 000 Quadratmetern eine Photovoltaikanlage installiert. Die Photovoltaikanlage hat eine Leistung von 550 000 Kilowatt. Im Jahr 2024 produzierte sie 471 627 Kilowattstunden Solarstrom, welcher direkt vor Ort genutzt wird. Dies entspricht in etwa dem Jahresstromverbrauch von 150 Einfamilienhäusern.
Im Kontext von Produktion und Energie heisst «reduzieren», Prozesse so zu gestalten und anzupassen, dass sie weniger CO₂e freisetzen – beispielsweise durch Energieeffizienzmassnahmen.
2020 führte HALBA eine ganzheitliche Analyse aller CO₂e-relevanten Prozesssysteme durch, um Energiesparpotenzial zu eruieren. Im Jahr 2022 wurde ein Energiesparteam gegründet, das aus sechs Expert:innen aus den Bereichen Prozesse, Elektronik, Gebäudetechnik und Digitalisierung besteht. Das Team hat das Ziel, die Ist-Situation zu erfassen und Einsparungen bei Energieverbrauch und CO₂e-Ausstoss zu evaluieren und umzusetzen. Diese Arbeit wird kontinuierlich fortgeführt, um weitere Optimierungspotenziale zu identifizieren und umzusetzen.
Aus der Analyse und der Arbeit des Expertenteams resultierten bereits zehn Massnahmen zur Effizienzsteigerung und Energiereduktion. Drei davon werden im Folgenden genauer erläutert:
Wärmerückgewinnung:
Bestimmte Prozessschritte der Schokoladenproduktion benötigen Wärme, beispielsweise die Erwärmung der Rohrleitungen, die Kakaomasse transportieren. Dafür verwendet HALBA Wärme, die von Kühlmaschinen ausgestossen wird. Für noch mehr Effizienz streben wir eine stetige Erhöhung unserer Wärmerückgewinnungsrate an.
Auch für die Beheizung der Büroräume nutzen wir die Abwärme unserer Kühlanlagen. Diese stellen Kaltwasser für den Standort zur Verfügung. Durch den Kühlungsprozess entsteht Abwärme, die über einen Wärmetauscher aufgefangen wird. Die so gewonnene Energie wird in den Heizungskreislauf weitergeleitet. Dadurch konnten 10 297 496 Kilowattstunden Energie im Jahr 2024 eingespart werden. Zusätzlich nutzt HALBA die Wärme, die durch Computer oder Menschen in den Büroräumen abgegeben wird. Diese wird durch einen Luftwärmetauscher aufgenommen und wieder an die Zuluft abgegeben, wodurch ein weiterer Wärmekreislauf entsteht.
Kältemanagement:
Bestimmte Prozessschritte der Schokoladenproduktion nutzen Kälte, darunter etwa das Abkühlen der Schokolade und die Verarbeitung in den Knet- und Rührwerken. Durch angepasstes Kältemanagement wird eine höhere Produktionseffizienz erreicht und somit nachhaltig zur Energiereduktion beigetragen.
Ein Beispiel dafür ist die Optimierung der Kälteanlagen. Diese erzeugen Kaltwasser für verschiedene bei der Produktion benötigte Temperaturniveaus sowie für die Klimatisierung einiger Räumlichkeiten. Um stetige Energieeinsparungen umzusetzen, analysiert das Team der Gebäudetechnik fortwährend die Daten im Hausleitsystem und gleicht Temperaturniveaus mit der Produktion ab. Auf diese Weise konnten bereits mehrere Verbesserungen umgesetzt werden. Dazu zählen minimale Anhebungen von Temperaturniveaus im Produktionsprozess, wie zum Beispiel die Erhöhung der Raumtemperaturen von Kühlräumen, die Anhebung der Temperaturen in den Serverräumen und die Isolierung von Kaltwasserleitungen in der Hydraulikzentrale. 2024 wurden neue Studien und Vorplanungen für den Ersatz der Kälteanlage geplant, mit dem Ziel, weitere Energieeinsparungspotenziale zu erschliessen.
Isolation von Prozessleitungen:
Für die Schokoladeproduktion sind beheizte Rohrleitungen notwendig: Die darin transportierte Schokolade muss flüssig bleiben, damit die Rohre nicht verstopfen. Um die von den Rohren nach außen abgegebener Wärme nicht ungenutzt entweichen zu lassen, werden die 45 °C warmen Leitungen zunächst mit einer Schicht Isoliermaterial und anschliessend mit Aluminium umhüllt. Dadurch reduziert sich der Verlust der Wärmeenergie in der Leitung, auch die Raumlüftung muss weniger gegenkühlen. Durch diese Massnahme werden allein in der Produktionsanlage der Branches ca. 70 000 Kilowattstunden pro Jahr eingespart. Insgesamt hat diese Isolation bei drei Produktionslinien stattgefunden.
Im Kontext von Produktion und Energie bedeutet «ausgleichen», das verbleibende Emissionen durch Massnahmen zur CO₂e-Speicherung innerhalb der Wertschöpfungskette behandelt werden. Manche Emissionen sind im Produktionsprozess von HALBA momentan unvermeidbar. Die CO₂e-Speicherung für diese verbleibenden Emissionen setzen wir durch entsprechende Massnahmen innerhalb unserer Wertschöpfungskette um. Für diesen Zweck erheben wir jährlich unseren betrieblichen CO₂e-Ausstoss. Dieser setzt sich unter anderem zusammen aus Emissionen durch eingekaufte Energie. Unsere Berechnungen werden durch eine unabhängige externe Prüfung von Myclimate verifiziert.
Ein fairer Ausgleich (siehe auch "Gut zu wissen" bei CO₂e -Strategie).
Ein Beispiel für HALBAs Massnahmen zur CO₂e-Speicherung innerhalb der eigenen Wertschöpfungskette ist das Aufforstungsprojekt in Peru. Um eine Tonne CO₂e zu neutralisieren, müssen vier Bäume gepflanzt werden. Seit 2011 hat HALBA über 450 000 Bäume gepflanzt. So konnte HALBA bis 2024 über 100 000 Tonnen CO₂ neutralisieren. Ab 2025 wird HALBA vollständig auf eine neue Klimaschutzstrategie umstellen, basierend auf dem SBTi Netto-Null-Ziel bis 2050. Die Strategie konzentriert sich auf direkte Emissionsreduktionen innerhalb der eigenen Wertschöpfungskette und schliesst den Einsatz externer Kompensationsmassnahmen als primären Lösungsansatz aus. Der 2024 von HALBA gegründete Fond für Klimaschutzmassnahmen wird künftig die Finanzierung der klimarelevanten Agroforst-Projekte in der eigenen Lieferkette übernehmen. Die Massnahmen, die HALBA zur Etablierung von Dynamischen Agroforstsystemen umsetzt, tragen unter anderem zur Erreichung der SBTi-Reduktionsziele bei, indem die Produktionsemissionen gesenkt und die CO₂-Sequestrierung in der Kakaoproduktion erhöht wird.
Science Based Targets initiative (SBTi): Die SBTi ist eine internationale Initiative, die Unternehmen dabei unterstützt, wissenschaftlich fundierte Klimaziele zu setzen, die im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen stehen. Sie prüft und validiert, ob die Reduktionsziele eines Unternehmens ausreichend ambitioniert sind, um die globale Erderwärmung auf maximal 1,5 °C bzw. deutlich unter 2 °C zu begrenzen. Unternehmen, die sich zur SBTi bekennen, verpflichten sich, ihre Treibhausgasemissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette (Scope 1–3) zu messen und zu reduzieren.