Ghanaische Kakaobäuer:innen stehen vor grossen Herausforderungen. Dazu gehören stark schwankende und zum Teil niedrige Kakaopreise, alternde Kakaobäume, abnehmende Bodenfruchtbarkeit, fehlendes Wissen, Technologie und Ressourcen für nachhaltige Anbaumethoden sowie veränderte Klimabedingungen. Das hat geringe Einkommen und häufig auch missbräuchliche Kinderarbeit zur Folge. Die Rodung zur Erschliessung neuer, fruchtbarer Anbauflächen führt zu einer der höchsten Entwaldungsraten der Welt. Um weiteren Rodungen und der Ausbeutung der Schwächsten entgegenzutreten, haben HALBA und die Kooperative Kuapa Kokoo Cooperative Cocoa Farmers and Marketing Union Limited (KKFU) zusammen mit weiteren Partnern im Jahr 2019 das Projekt «Sankofa» initiiert und 2022 die erste Phase erfolgreich abgeschlossen. 2023 wurde die zweite Projektphase (2023-2026) initiiert. Sankofa 2.0 wird finanziert und unterstützt von Coop und HALBA, dem Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) über das Landschaftsprogramm der Schweizer Plattform für nachhaltigen Kakao, dem finnischen Aussenministerium (MFA), Fairtrade Finnland, Fairtrade Max Havelaar Schweiz und über das International Trade Centre (ITC). Das Projekt wird von Fairtrade Africa (FTA), KKFU, International Trade Centre (ITC) und Nature and Development Foundation (NDF) durchgeführt. Technische Unterstützung erhält das Projekt von Ecotop Suisse GmbH und dem Cocoa Research Institute of Ghana (CRIG).
Das Projekt «Sankofa» fördert den nachhaltigen Anbau von Kakao in Dynamischen Agroforstsystemen (DAF) und kombiniert dies mit CO₂e-Sequestrierung. Es werden neue Vermarktungskanäle für Produkte aus Mischkulturen wie Yam aufgebaut, die zusammen mit Kakao angebaut werden. Dadurch entstehen zusätzliche Einkommensquellen. Zusätzlich wird seit 2020 für Kakao die Bezahlung eines Referenzpreises für ein existenzsicherndes Einkommen bei den Projektbäuer:innen umgesetzt. Ein weiteres Anliegen ist die Stärkung der Kooperative Kuapa Kokoo, damit diese das Projekt langfristig eigenständig weiterführen kann. HALBA unterstützt die Partnerkooperative bei der Digitalisierung ihrer Prozesse, der Strategieentwicklung und der Verbesserung ihrer Rentabilität. Zudem wird sie bei ihrem Engagement gegen Kinderarbeit und der Förderung von Frauen unterstützt. Im 2022 wurde ein zusätzliches Projekt gestartet, welches das Ziel verfolgt, bis 2026 in 40 Anbaugemeinden in der Region, von denen HALBA ihren Kakao bezieht, ein funktionierendes Monitoringsysteme für Kinder- und Zwangsarbeit zu implementieren.