Im Blickpunkt: Haselnüsse.

Wo liegen die Herausforderungen?

Haselnüsse sind weltweit beliebt. Der Grossteil von ihnen stammt aus einem einzigen Land: der Türkei. Die dortige Produktion birgt jedoch hohe soziale Risiken. Tausende Erntehelfer:innen, meist Wanderarbeiter:innen und ihre Familien, sind vielfach schwierigen Arbeitsbedingungen ausgesetzt. Hinzu kommen Faktoren wie Kinderarbeit, Niedriglöhne, zu lange Arbeitszeiten und prekäre Unterbringung während der Erntesaison. Auch die Transparenz und Rückverfolgbarkeit der Lieferketten türkischer Haselnüsse stellt ein Problem dar, denn sie durchlaufen in der Regel mehrere Zwischenhandels- und Verarbeitungsstufen.

Was tut HALBA, um die Situation zu verbessern?

Haselnüsse sind für HALBA mengenmässig einer der wichtigsten kritischen Rohstoffe. Der Hauptanteil der benötigten Nüsse stammt aus der Türkei. HALBA bezieht von dort ausschliesslich Rainforest Alliance-zertifizierte Haselnüsse. Dieser Standard verbietet Kinderarbeit. Jedoch kann kein Zertifizierungssystem gänzlich garantieren, dass ein Produkt frei von Kinderarbeit ist. Deshalb setzt HALBA zusätzlich auf mehr Transparenz und Rückverfolgbarkeit, um die Risiken im türkischen Haselnussanbau weiter zu minimieren. 2024 evaluiert HALBA mit Unterstützung eines akkreditierten Auditorenteams von Fair Labor Association (FLA) verschiedene türkische Lieferanten hinsichtlich der Arbeitsbedingungen der Erntehelfer:innen auf dem Feld. Ein Teil der türkischen Haselnüsse wird zukünftig von den Lieferanten bezogen, welche in der Evaluierung am besten abgeschlossen haben. 

Eine weitere Strategie zur Risikominimierung im Haselnussanbau ist der Aufbau alternativer Lieferketten, also die Suche nach anderen Anbauländern, in denen die sozialen Risiken wesentlich geringer sind. Einen Teil der Haselnüsse bezieht HALBA deshalb aus Italien und Nordmazedonien.  Ein Beispiel dafür ist die Zusammenarbeit mit Nelkoski Organic Food. HALBA unterstützt zusammen mit dem Coop Fonds für Nachhaltigkeit  den Haselnussbetrieb Nelkoski Organic Food, weitere Kleinproduzent:innen ins Projekt mit einzubinden, um so ein solides Wachstum und Wirtschaftlichkeit zu erlangen. Die Verarbeitungsinfrastruktur wird ausgebaut mit dem Ziel, die Menge und Qualität von Bio-Haselnüssen aus Nordmazedonien als Alternative zu Lieferungen aus der Türkei zu steigern. 2024 hat ein erstes Pilot-Projekt für Dynamischen Agroforst mit Haselnüssen gestartet.

Nachhaltigkeitsprojekt Nordmazedonien.